Vernetzung ist das A und O

Machen sich für Integration in Gudensberg stark: (v. l.) Rosa-Maria Hamacher (DER PARITÄTISCHE HESSEN), Brunhilde Lange (Mach Mit), Volker Stöhr (Stadtrat Gudensberg), Inge und Heinz Jaehn (Mach Mit), Sofyen Gharbie (Integrationsbeauftragter), Joe Donat (AKGG) und Reimund Rüttger (Mach-Mit). Seit November 2016 ist Sofyen Gharbie als Integrationsbeauftragter in Gudensberg unterwegs. Seinem Ziel, die Menschen vor Ort kennenzulernen, um einzuschätzen, welche Angebote und Aktivitäten für die weitere Integration der Geflüchteten und EU2 Bürger nötig sind, ist er mittlerweile ein ganzes Stück näher gekommen. Mit den meisten der rund 250 bulgarischen und rumänischen Bewohnern der Stadt hatte der 36-jährige Sozialpädagoge Kontakt, auch der Austausch mit den in Gudensberg lebenden Flüchtlingen ist rege. Dabei profitiert er u. a. von der engen Kooperation mit der Ehrenamtsbörse „Mach-Mit“, die insbesondere in der Flüchtlingsarbeit hier vor Ort gut vernetzt ist. „Es gibt viele Schnittstellen zwischen meiner Arbeit und den ehrenamtlichen Helfern in Gudensberg, daher begleite ich das Ehrenamt wöchentlich vor Ort. Auch die enge Vernetzung mit der Stadtverwaltung ist ein großes Plus“, erklärt Gharbi.

Aktuelles Projekt ist die Einrichtung einer Rechtsstaatsklasse für geflüchtete Menschen in Kooperation mit dem hessischen Justizministeriums in Gudensberg. Unter der Überschrift „Fit für den Rechtsstaat – Fit für Hessen!“ wird das Programm geflüchtete Menschen in insgesamt sechs Modulen über Grundwerte, etwa die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Religionsfreiheit oder die Gewaltenteilung sowie Fragen des Strafrechts informieren.

Weiterhin ist geplant, einen Wegweiser mit Hilfs- und Beratungsangeboten in Gudensberg auf deutsch, bulgarisch, türkisch, arabisch und persisch herauszugeben. „Meine Aufgabe ist es, bei der Integration der EU2-Bürger und der Flüchtlinge zu helfen. Der Kontakt mit Menschen vor Ort und die Möglichkeit, dass alle einen passenden Ansprechpartner finden, sind dabei wichtige Bausteine“, sagt Gharbi. So bietet beispielsweise die offene Sprechstunde des Integrationsbeauftragten Raum für alle Gudensberger Bürger/innen und ihre Anliegen.

Ein weiteres wichtiges Feld für gelungene Integration ist die Sprache. Seit Ende Januar findet zweimal wöchentlich ein deutscher Alphabetisierungs- und Sprachkurs für die EU2-Bürger statt, der von der Stadtjugendpflege in Kooperation mit der Ehrenamtsbörse „Mach-Mit in Gudensberg“ und dem Integrationsbeauftragten organisiert wird. Die Resonanz auf das Angebot ist mit rund 40 Teilnehmern sehr hoch.

„Nachdem die Gemeinschaftsunterkunft in Gudensberg zum ersten Mal mit Flüchtlingen belegt wurde, haben wir die Nachbarschaft zu einem Tag der Begegnung in die Räumlichkeiten eingeladen. Hier wurden die Anwohner über die Gemeinschaftsunterkunft informiert und die Menschen konnten sich kennenlernen“, berichtet Gharbi. Daher möchte Gharbi die EU2-Bürger und die Flüchtlinge zukünftig für die Beteiligung am Gudensberger Kulturprogramm gewinnen. Märkte und Feste bieten eine tolle Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Hintergrund

Die Stelle des Integrationsbeauftragten in Gudensberg wird vom Land Hessen im Rahmen des Projektes „Förderung von Gemeinwesenarbeit in Stadtteilen und Quartieren mit besonderen sozialen und integrationspolitischen Herausforderungen“ gefördert. Das Programm ist auf drei Jahre angelegt. Projektträger und gleichzeitig Arbeitgeber von Sofyen Gharbi ist der Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsversorge (AKGG).

Sprechzeiten des Integrationsbeauftragten in Gudensberg im F26 (Fitzlarer Straße 26)

Di: 16 – 18 Uhr

Do 13 – 15 Uhr